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Falknerei - ein immaterielles Kulturerbe

Unabhängig der in einem Volk ausgeübten Religion und in einem Land vorherrschenden politischen Einstellung, verbindet die Ausübung der Kulturtechnik Falknerei seit 3.500 Jahren weltweit Menschen.

Die Zusammenarbeit von Mensch und Vogel, die sehr von Vertrauen geprägt ist, entstand als Jagdart zur Beschaffung von Nahrung. Von den Anfängen bis heute hat sich an den Grundlagen dieser einmaligen Kulturtechnik sehr wenig geändert. Das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die verwendeten Ausrüstungsgegenstände werden auch heute noch in fast unveränderter Weise hergestellt und gebraucht.

Seit 2008 gibt es die sogenannte repräsentative Liste der immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Mit dieser Liste soll auf die globale Vielfalt der kulturellen Traditionen aufmerksam gemacht werden und durch Schutz deren Erhalt gesichert werden.

Im Jahr 2016 ist die Falknerei in Deutschland in die offizielle Liste aufgenommen worden. Seit 2011 haben insgesamt 17 Länder die Aufnahme des Kulturgutes in die Liste geschafft - auch hierdurch wird deutlich, wie weit verbreitet dieses Kulturgut war und ist.

Weitere Informationen zur repräsentativen Liste der immateriellen Kulturerbe der Menschheit

Natur- und Artenschutz

Zucht und Auswilderung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte entstand eine erfolgreiche Zuchtbasis von Greifvögeln und Eulen, vorwiegend durch Falkner. Zum einen war das Ziel für die Beizjagd Zuchtvögel zu generieren. Zum anderen konnten somit Populationen in der freien Wildbahn, durch die Auswilderung von Zuchtvögeln gestärkt bzw. vor dem Aussterben bewahrt werden.

Das erste Projekt ist die Rettung der globalen Wanderfalkenpopulation. Das Insektizid DDT führte in den 60er und 70er Jahren bei den Eiern von Wanderfalken zu sehr dünnen Schalen, sodass diese nicht entwicklungsfähig waren. Nach dem Verbot von DDT konnte sich die Wanderfalkenpopulation von alleine nicht mehr erholen und musste mit Zuchtvögeln gestärkt werden.

Auffang-, Pflege- und Auswilderungsstationen

Ein wichtiger Aspekt von Falknern ist von Beginn an die Gesunderhaltung der Greifvögel. Umfangreiche Erfahrungen und Beobachtungen wurden über die Jahrtausende weitergegeben und niedergeschrieben.

In Deutschland gibt es Auffang-, Pflege- und Auswilderungsstationen für Greifvögel und Eulen. Diese werden von Falknern in enger Zusammenarbeit mit Tierärzten betrieben. Zum Teil gibt es eine Kooperation mit anderen Verbänden oder Behörden.

So können Greifvögel und Eulen, die in der Natur verletzt aufgefunden werden in diesen Stationen abgegeben werden. Dort wird der Vogel seinen Bedürfnissen nach, in medizinischer und artgerechter Weise, behandelt. Nach erfolgreicher Genesung kann der Wildvogel wieder in die Natur entlassen werden.

In einigen Fällen kann für bestimmte Arten, nach einer langen Erkrankung oder schweren Verletzung, sowie der Aufzucht von Jungvögeln, ein spezielles Training notwendig sein, um das Überleben in freier Natur durch erfolgreichen Beuteerwerb zu ermöglichen.

Falkner leisten an dieser Stelle mit einem auf den Greifvogel abgestimmtem Training, entsprechendem Fachwissen und Erfahrung einen großen Beitrag.


Trägerverbände der Falknerei in Deutschland: